Veranstaltungen & News

Veranstaltungen «Buch & Bildung»

Das Buch ist tot! Es lebe das Buch!

Die Jesuitenbibliothek organisiert in regelmässigen Abständen Buchpräsentationen, Lesungen und Gespräche. Leitung des Programms: Franz-Xaver Hiestand SJ

  • «Das aktuelle Buch»: Buchpräsentation von Neuerscheinungen, in der Regel mit den Autoren
  • «Buch im Gespräch»: Kurzpräsentation von Büchern mit gemeinsamer Lektüre und moderiertem Gespräch
  • «Das Buch der Bücher»: Biblische Bücher als Literatur gelesen. Kurzpräsentation, gemeinsame Lektüre und Gespräch
  • «Buch und Film»: Präsentation und Gespräch zu Büchern und ihrer Verfilmung. Filmvorführungen

 

25.03.2026 | Buch im Gespräch

Adrian Loretan: Der demokratische Rechtsstaat

Zur Rechtskultur des Westens und der Westkirche

Der Verfasser, emeritierter Professor für Kirchen- und Staatskirchenrecht an der Universität Luzern, leistet mit seinem Werk ein Dreifaches: Erstens ist es eine Rechtsgeschichte, die den Beitrag der Kirchenrechtswissenschaft zur Entwicklung der westlichen Rechtstradition beleuchtet. Zweitens zeigt es, wie sehr innerkirchliche Freiheitstraditionen die Moderne hervorgebracht haben, aber in der Kirche selbst lange marginal geblieben sind. Und drittens will es eine Mahnung sein, das erreichte Niveau an Menschen- und Freiheitsrechten nicht aufs Spiel zu setzen.

Adrian Loretan wird mit Andreas Kley, Professor für öffentliches Recht, Verfassungsgeschichte und Rechtsphilosophie an der Universität Zürich, über zentrale Themen seines Buchs diskutieren.

Moderation: Francesco Papagni

Eintritt frei

 

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News

«Texte & Kontexte»

1978 erschien das erste Heft der Zeitschrift «Texte & Kontexte», herausgegeben von einem Freundeskreis aus dem Umfeld der theologischen Kommission der (evangelischen) Studentengemeinde in der BRD: Ton Veerkamp (Westberlin), Till Wilfsdorf (Stuttgart), Magdalene Winchenbach (Westberlin) und Jasp van Zwieten de Blom (Bochum). Diese Zeitschrift sollte die Erfahrungen mit der Bibelauslegung in den Gemeinden dokumentieren und reflektieren: «Diese Zeitschrift ist also ein Schritt zur Selbsthilfe. […] Sie entsteht von der Erfahrung her, dass es zwar keinen ‘Markt’ gibt für Gottes Wort, jedoch eine Bereitschaft auf dieses Wort zu hören und die Gewissheit es hören zu können, ohne den Salto mortale in den Fundamentalismus ausführen zu müssen und ohne sich den Text mittels ‘kritischer’ Unterscheidungen zwischen ‘primär’ und ‘sekundär’ selber zurechtschneidern zu müssen.» Ende 2025 ist mit Heft 173/174 für das Jahr 2024 die letzte Lieferung erschienen; weitere Hefte sind konzipiert, bzw. sie stehen unmittelbar vor ihrer Auslieferung.

Aus der Gründergruppe von 1978 war Ton Veerkamp jahrzehntelang für die Redaktionsarbeit verantwortlich, und er war im Ruhestand bis zu seinem Tod 2022 der «spiritus rector» der Zeitschrift. 2020 erschien unter dem Titel «Abschied vom Christentum» eine zeitgeschichtlich verortete Bilanz seiner Texte. Posthum wurde 2023 von seinen Freunden die nicht mehr vollendete Rohübersetzung und Kommentierung der «Offenbarung» veröffentlicht. Trotz seines Entwurfscharakters lässt sich dieser Text in seiner Kombination von Textanalyse und zeitgeschichtlicher Kontextualisierung als ein geistliches Testament von Ton Veerkamp lesen.

Ton Veerkamp brachte in den Kreis seiner Freunde, die durch die Arbeiten des Exegeten Fernando Belo, des Kirchenhistorikers Michel Clévenot und des Systematikers Sergio Rostagno für neue Zugänge zur Schriftauslegung sensibilisiert waren, die Kontakte mit der «Amsterdamer Schule» ein. Dieser Ausdruck hat sich eingebürgert, um die vom Amsterdamer Alttestamentler Frans Breukelman (1916 – 1993) ausgearbeitete und von seinem Schülerkreis weiterentwickelte Methode der Schriftauslegung zu bezeichnen. Der Systematiker Kornelis Heiko Miskotte hat Breukelmans Arbeitsweise prägnant beschrieben: «Die Anordnung der biblischen Bücher, so wie sie uns geläufig ist, übernommen aus der Septuaginta, scheint von einem literarischen Prinzip auszugehen: geschichtliche, dichterische und prophetische Bücher. Damit ist die innere Struktur des Kanons gestört. Die ‘Thora’ ist die eigentliche Basis, weil sie das Zeugnis von Gottes unmittelbar eingreifendem Sich-Kümmern enthält: die Propheten […] rufen zur Erkenntnis des Bundes und des Gebotes zurück; die Schriften […] beschreiben, wie die Gemeinde auf Gottes Eingreifen und Gottes Zeugnis reagiert…» Damit ist nicht nur die Zuordnung der einzelnen Komplexe des Kanons beschrieben, sondern sind auch die von Breukelman angewandten methodischen Schritte festgelegt; sie beginnt mit einer kolometrischen (nach Sprechpausen gegliederten) Lektüre der einzelnen Texte, gefolgt von einer Analyse grösserer Textzusammenhänge. Hilfe von konkordanten Vergleichen des Wortgebrauchs.

Für die Redaktoren und Autoren von «Texte und Kontexte» sind sowohl die kanongeschichtliche Anordnung der einzelnen biblischen Bücher wie die Methode der Exegese der einzelnen Textpassagen bis heute massgeblich. In diesem Rahmen sind nicht nur Auslegungen einzelner Textpassagen (Perikopen) vorgelegt worden. Ausserdem wurden Übersetzungen und Kommentierungen der Evangelien nach Matthäus, Lukas und Johannes, der Apostelgeschichte, des Hebräer-, Jakobus- und Judasbriefs und der Offenbarung des Johannes veröffentlicht.

In der Jesuitenbibliothek finden sich alle Jahrgänge von «Texte und Kontexte», sowie die Monographie von Dick Boer: Wir aber hatten so gehofft. Ton Veerkamp: ein unbequemer Denker. (Woltersburger Mühle, Uelzen 2021).

Zum Seligsprechungsprozess Pater Alfred Delps SJ

In München begann am 2. Februar 2026 im Rahmen einer liturgischen Feier die erste Phase im Verfahren für eine Seligsprechung von Pater Alfred Delp SJ (1907 – 1945). Diese wird immer auf Antrag des jeweiligen Ortsbischofs auf diözesaner Ebene durchgeführt. Im Falle von Alfred Delp ist dies Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof von München-Freising. Dabei werden Dokumente und historische Zeugnisse ausgewertet sowie gegebenenfalls noch lebende Zeugen befragt. Von Alfred Delp liegt ein breites Quellenmaterial vor: seine Publikationen, sein Nachlass, sämtliche Dokumente und umfangreiche, grossenteils veröffentlichte Erinnerungen. Dazu kommen wissenschaftliche Studien zum deutschen Widerstand gegen die nationalsozialistische Diktatur, im Besonderen zur Mitarbeit von Alfred Delp im Kreisauer Kreis um Graf Helmuth James von Moltke.

In der langen Wirkungsgeschichte von Texten Alfred Delps und biographischen Darstellungen seines Lebens, die 1947 mit der Veröffentlichung seiner Gefängnisnotizen «Im Angesicht des Todes» (1944 – 1945) begann, stellte die von Roman Bleistein SJ besorgte fünfbändige Ausgabe «Gesammelte Schriften» (1982 – 1988) einen Durchbruch dar. Dazu kam noch der 1987 unter dem Titel «Dossier: Kreisauer Kreis. Dokumente aus dem Widerstand gegen den Nationalsozialismus» veröffentlichte Teilnachlass von Lother König SJ (1906 – 1946). Damit war die Möglichkeit gegeben, die in Form und Inhalt vielgestaltigen Texte Alfred Delps in ihren biographischen sowie zeitgeschichtlichen Kontexten und Verknüpfungen zu lesen und zu interpretieren. In der Folge hat diese Edition von Roman Bleistein für die zeitgeschichtliche Forschung des deutschen Widerstandes grundlegendes Material bereitgestellt. U.a. haben für Alfred Delp seine geschichtsphilosophischen Entwürfe mit ihren naturrechtlichen Implikationen grundlegende Positionen in den Debatten des Kreisauer Kreises um eine (mögliche) Nachkriegsordnung Deutschlands Einfluss zur Diskussion gestellt.

Karl Rahner SJ, lebenslanger Freund von Alfred Delp hat in seinem einleitenden Essay zum ersten Band von «Gesammelte Schriften» festgestellt: «Das Leben und Sterben Delps zeigt darüber hinaus, dass er ein intensiveres und tatkräftigeres Verständnis für die Unmenschlichkeit und Brutalität und gesellschaftspolitische Sinnlosigkeit des Nazismus hatte, als es in den geistlichen Schriften allein deutlich wird.» Mit dieser Feststellung stellt Karl Rahner nicht nur einen Zusammenhang zwischen Werk und Leben Alfred Delps her, sondern dieser Satz enthält auch eine hermeneutische Anweisung, wie Alfred Delps Texte zu lesen sind. Sie stehen nicht nur in einem Zusammenhang mit seinem Tod und seinem Lebenszeugnis, sondern sind auch im Rahmen ihrer formalen und thematischen Vielfalt zu lesen und zu interpretieren.

In der Jesuitenbibliothek finden sich neben Einzelausgaben, der von Paul Bolkovac SJ vorgelegten dreibändigen Werkauswahl «Christ und Gegenwart» (1947 -1949) auch die von Roman Bleistein besorgte fünfbändige «Gesammelte Schriften» (1982 – 1988), sowie ausgewählte Sekundärliteratur.

Neu: Rechnungsunterlagen jetzt in swisscovery verfügbar

Ab dem 28. Januar 2026 steht Endnutzer:innen in swisscovery der neue Zugang zu Rechnungsunterlagen zur Verfügung.

Bibliothekskund:innen können ihre Rechnungen für Bibliotheksgebühren nun nicht nur wie bisher per E-Mail erhalten, sondern diese auch direkt im swisscovery-Konto als PDF-Dateien einsehen und herunterladen.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Rechnungen werden weiterhin per E-Mail an ihre hinterlegte E-Mail-Adresse versendet.
  • Zusätzlich sind neue Rechnungen ab dem 28.01.2026 im swisscovery-Konto unter
    «Mein Konto → Rechnungen» abgelegt.
  • Dieser Bereich dient als Dokumentenablage. Ein Zahlungsstatus wird aktuell nicht angezeigt.
  • Die Rechnungen sind institutionsübergreifend sichtbar, da einzelne Rechnungen Gebühren mehrerer Bibliotheken enthalten können.


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Bei Fragen wenden Sie sich bitte an das Bibliotheksteam.

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