Über Eva Illouz' «Der 8. Oktober»

| Jesuitenbibliothek, Hirschengraben 74 in Zürich

Die Ereignisse vom 7. Oktober 2023, der Überfall der Hamas auf die Kibbuzim und das Musikfestival Nova, haben Eva Illouz, die sich nach wie vor zur Linken zählt, tief erschüttert. In ihrem kämpferischen, 100 Seiten langen Essay «Der 8. Oktober» möchte sie wissen, warum sich in Westeuropa und Nordamerika progressive Kreise nicht mit den Opfern solidarisierten, sondern das Massaker als Akt des Widerstands legitimierten. Sie fragt, woher der neue Judenhass stammt und warum er sich selbst für moralisch überlegen wähnt.
Auf der Suche nach Erklärungen zeichnet sie nach, wie sowohl bestimmte Formen der Identitätspolitik als auch Theorien, die vom französischen Poststrukturalismus inspiriert sind, zum Nährboden für ein Denken wurden, das historische Tatsachen und die ihnen innewohnende Komplexität ausblendet und Israel zum Inbegriff des kolonialistischen Bösen stilisiert.

Christina Späti ist ordentliche Professorin für Zeitgeschichte an der Universität Fribourg und hat selbst zum Thema Antisemitismus geforscht.

Francesco Papagni ist katholischer Theologe und engagiert sich in der Erwachsenenbildung. Er arbeitet freiberuflich als Journalist. Zudem ist er Mitglied der Stiftung foxs, die Grenzfragen zwischen Philosophie, Theologie und den Wissenschaften bearbeitet.

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