Profil

Die Jesuitenbibliothek Zürich, am 1. März 2018 eröffnet, ist aus der Zusammenführung von drei Einrichtungen entstanden: der Bibliothek des Katholischen Akademikerhauses Zürich, der Bibliothek der Schweizer Jesuitenprovinz sowie der Bibliothek des Instituts für weltanschauliche Fragen bzw. der Zeitschrift «Orientierung». Die Integration dreier Bibliotheken mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten und einer unterschiedlichen Erwerbspolitik gibt der Jesuitenbibliothek Zürich ein eigenes Gepräge.

In der Tradition der Zeitschrift «Orientierung», die bis 2009 erschienen ist, wird die Jesuitenbibliothek auch in Zukunft Theologie und Philosophie kontextuell in den aktuellen Debatten und Konflikten der Gesellschaft, der Religionen wie auch der Künste verorten. Sie wollen interdisziplinär mit den einschlägigen Diskursen der Geistes- und Gesellschaftswissenschaften verknüpft sein. Ein Paradigma für das kontextbezogene Verständnis des philosophischen und theologischen Diskurses sind die im Verlaufe der Jahrzehnte gewachsenen Bestände der deutschsprachigen Forschung zur Alten Kirchengeschichte und Patristik und der französischen «Nouvelle Théologie», zur Konzilsgeschichte, insbesondere zum Zweiten Vatikanischen Konzil, sowie die Sammlung von Publikationen zum Nationalsozialismus und Marxismus/Kommunismus.

Die Institution «Bibliothek» befindet sich im angebrochenen digitalen Zeitalter in einer Phase der Transformation, also des Umbruchs und des Übergangs. Über die Auswirkungen wird unter Fachleuten noch gestritten; sie sind völlig offen. Dabei erweist sich die «digitalisierte Bibliothek» als der datentechnische Gegenentwurf zu einem Bibliothekskonzept von kultureller Relevanz für lebensweltliche Kontexte. Die Jesuitenbibliothek Zürich tritt dabei für eine breite materielle Präsenz «vor Ort» ein. Sie orientiert sich an lebensweltlichen Problemlagen und will sich nicht allein vom Algorithmus der grossen Internet-Suchprogramme prägen lassen, da diese der Öffentlichkeit nicht zugänglich und vorwiegend von wirtschaftlichen Interessen bestimmt sind. Dabei zehrt die Jesuitenbibliothek aus den Erfahrungen der Bibliotheksgeschichte. Aber auch das Problem, wie eine dauerhafte Lesbarkeit von auf digitalen Trägern gespeicherten Publikationen gewährleistet werden kann, hat sie durchaus im Auge. Dasselbe gilt für den Tatbestand nichttrivialer Glücksfunde in einer Bibliothek.

Dienstleistungen

Die Jesuitenbibliothek Zürich ermöglicht Bücherausleihe über NEBIS und Lektüre vor Ort von Büchern und Zeitschriften. Arbeitsplätze stehen zur Verfügung. Als Plattform der intellektuellen Auseinandersetzung organisiert sie Veranstaltungen zu Neupublikationen und bietet Gefässe für kontinuierliche Gespräche und Reflexion an. Ausstellungen von Büchern sowie ausgewählter Bücherverkauf sollen gewährleistet sein. Die Bibliothek fördert aktiv Begegnung und intellektuellen Austausch.

Forschung

Die Jesuitenbibliothek Zürich fördert Forschungen im Bereich der Geschichte des Jesuitenordens sowie der Ignatianischen Theologie und Spiritualität. Sie lanciert dazu auch eigene Projekte.